Brauchtum

Aufgrund der frühen Entstehung der Oppenauer Fasent haben sich verschiedene Traditionen bis zum heutigen Tage gehalten und werden auch mit Sorgfalt weitererhalten. So zählt zum Beispiel das Schmücken des Städtchens mit lebensgroßen Strohpuppen, das Stellen eines ca. 18 mtr. hohen Narrenbaumes mit 84 Fasentspuppen oder die „Bacchusverbrennung“ mit Trauerumzug am Aschermittwoch.

Die Höhepunkte jedoch sind neben den beiden Bunten Abenden, der „Schmutziger Dunnerschdig“ sowie der weit bekannte Rosenmontagsumzug.

„Schmutziger Dunnerschdig“

Schmutziger01

Dieser Tag beginnt frühmorgens um 6.00 Uhr durch das Wecken des Fanfarenzuges zusammen mit den Aktiven der Narrenzunft durch das Städtchen. Tagsüber ziehen diese dann durch den Ort und besuchen die ansässigen Geschäfte/Firmen wie aber auch Pflege- u. Altersheime.

Abends um 19.11 Uhr beginnt dann am Stadttor der mit Fackelträgern u. Musikern begleitete „Hemdglunckerumzug“, an dem neben den Zunftaktiven auch die Bevölkerung wie auch auswärtige Besucher in Nachthemden gekleidet zahlreich teilnehmen.

Die Schlüsselübergabe des Rathausschlüssels an den Zunftrat wird durch das Tanzen um das Feuer durch die Schlappgreten und der musikalischen Untermalung durch den Fanfarenzug gebührend gefeiert. Von jetzt an bis Aschermittwoch hat die Narrenzunft das Zepter in der Hand.

„Rosenmontagsumzug“

Zu einem Besuchermagneten am alljährlichen Rosenmontag entwickelt sich der Fasents- umzug in Oppenau. Steigende Zuschauerzahlen sowie Umzugsteilnehmer Jahr für Jahr lassen dieses Ereignis zu einem weit über die Ortsnähe bekannten Ereignis werden. Von Rastatt bis zur Schweizer Grenze geben sich Narrenzünfte, Fanfarenzüge und Guggemusiken ein Stell-Dich-Ein an diesem Tag.

Aufwendige Umzugswagen gestaltet von örtlichen Vereinen wie aber auch unzählige Narrengruppen geben diesem Ereignis ein abwechslungsreiches und farbenfrohes Bild.

„Bacchus“

Bacchus01Der Bacchus – in Form einer ausgestopften, lebensgroßen Puppe – ist das Sinnbild der Oppenauer Fasent.

Am Schmutzigen Donnerstag wird er im Rahmen des Hemdglunckerumzugs ins Zentrum von Oppenau gebracht. Von seinem Platz hoch oben wacht er bis zum Aschermittwoch über die Oppenauer Fasent.

 

 

 

 

Am Aschermittwoch dann wird er aus seinem Amt entlassen. Mit lautem Wehklagen und dumpfem, in der Nacht verhallendem Trommelschlag Bacchus02zieht die Trauergemeinde vom Stadttor bis zur Rebstockbrücke. Inmitten dieses Trauerzugs liegt er leblos auf dem Holzschlitten.

Bei der Trauerfeier auf der Rebstockbrücke werden dann nochmals tausend Missetaten von Oppenauer Bürgern an die Öffentlichkeit vorgetragen. Kaum ausgesprochen eilen die Komiteemitglieder des „Bacchus-Komitees“ als Vollstrecker mit lodernden Fackeln herbei. In Windeseile bröseln Glut und Asche vom Bacchus und damit der Oppenauer Fasent.

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Dieses Ritual bildet das Ende der Fasentkampagne.

Anschließend treffen sich die Oppenauer Narren zum Heringessen in den Oppenauer Wirtschaften.